Donnerstag, 19. Januar 2012

Cloaked Debris

Mid-Size Sculpture in
Galerie EIGEN + ART Leipzig

POSITIONS


Galerie EIGEN + ART Leipzig
14. Januar bis 14. April 2012


















Islands of Swarm/ Mr. Hyde

Galerie EIGEN + ART Leipzig

POSITIONS

Sven Braun
Daniel Lezama
Marcel Odenbach
Cornelia Parker
Kai Schiemenz


Eröffnung
Samstag, 14. Januar 2012, 11 - 21 Uhr



Galerie EIGEN + ART Leipzig
14. Januar bis 14. April 2012











Die Skulptur in der Galerie besteht aus zwei Teilen: einer Wandarbeit, ‚Islands of Swarm’, die ein Archiv von Stadienbildern und assoziierten Architekturen, beinhaltet und einer Raumskulptur, ‚Mr.Hyde’, die ursprünglich als Display für das Archiv dienen sollte.

Ausgangspunkt für beide Arbeiten ist die Idee, dass Architekturen keine Behälter für menschliche Bedürfnisse darstellen – sondern dass Bedürftigkeiten und Menschlichkeiten von Architekturen generiert werden. Architekturen sind keine neutralen Schachteln für Gemeinschaften, sondern Gemeinschaften werden ausgehend von Kollektoren geformt und genormt.

Die spektakelproduzierende Gesellschaftsform namens Demokratie stellt selbst einen Effekt von Arenen dar, deren Errichtung sich von der Antike bis in die Postmoderne durchzieht – weswegen architektonische Kulturtechniken vom griechischen Stadion bis zu Allianz-Arenen im Archiv untersucht werden. Stadien werden als positive Bedingung von Öffentlichkeiten erforscht, die in derselben Bewegung hervorgebracht werden, mit der sich die Menschen im Kollektor verteilen. So ergeben sich verschiedene Fragen: Gibt es Öffentlichkeiten erst, seit es Gestelle der Versammlung gibt? Sind Demokratien reine Effekte von Stadionöffentlichkeiten? Wie verändert sich die Stadionöffentlichkeit durch die angeschlossenen Medien?

Stadien sind Kulturtechniken der Versammlung, Übertragung und Speicherung von künstlichen Welten. Als Medien sind sie keine passiven Empfänger menschlicher Zusammenkünfte, sondern aktive Teilnehmer an Ereignissen, deren Verlauf sie mit gestalten. Was in diesen »Gestellen« (Heidegger) sichtbar wird, ist nicht nur das Ereignis, aus dessen Anlass man sich versammelt hat. Die versammelnde Menge gibt sich auch selbst zu sehen – was Stadien mit verwandten Architekturen wie Opernhäusern oder Bühnenräumen gemeinsam haben.

Auszüge des Textes entstanden in Zusammenhang für eine Veranstaltung mit
Knut Ebelling







Kai Schiemenz beschäftigt sich in raumfüllenden Installationen und baugebundenen Arbeiten mit der Funktion und den vorgegebenen Parametern von Architektur, die er einerseits nutzt und gleichsam leicht verschiebt. In der Galerie EIGEN + ART wird der Ausgangsraum von Schiemenz so gespiegelt, dass ein neuer Raum entsteht. Dieser neue Raum scheint sich in sich selbst nicht optisch, sondern räumlich zu brechen und setzt der Frage nach der disziplinierenden Funktion der Architektur etwas gegenüber, das unabhängig seinen eigenen Regeln folgt.
aus:
http://cgi.eigen-art.com/user-cgi-bin/index.php?article_id=1&clang=0&detail=9190






Samstag, 1. Oktober 2011

Total Theatre II

The 24th UBE Biennale

Date:from 24 September to 13 November, 2011
Venue:UBE (Japan) Tokiwa Museum-Open Air Sculputure Exhibition site

The stage of a theatre place or building offers the space for dramatic action representing the world. The Total Theatre came about in relation to the idea of the "Theatre of Memory" described in 1550 by the Italian Renaissances scholar Giulio Camillo. In his theatre, which reverses the normal perspective of such buildings, the spectator stands in the centre and looks into the auditorium, which represents the world. Thus, the visitor no longer sits on the terraces looking at the drama performed on the stage, but stands himself amidst the scene viewing the (not existing) auditorium.

The Greek philosopher Plato used the dodecahedron as the quintessence the world/cosmos.
The Total Theatre is a walkable wooden dodecahedron, which you can enter from each side via triangles, stringed with a net. Rather than walking through the sculptures of the Biennale, visitors can lie the centre of a sculpture, exploring the world and turning the Biennale into a public event.
The spectator lies and sees everything outside of the structure, while relaxing.









the films are from the
ubemuseum's Channel


My great helpers!
and more great volonteers
most of the photos are taken by Mayu Sato

http://www.ube-museum.jp/modules/pico/

Montag, 22. August 2011

Lazy Sphere

WIR SIND ALLE ASTRONAUTEN / WE ARE ALL ASTRONAUTS

UNIVERSUM RICHARD BUCKMINSTER FULLER IM SPIEGEL ZEITGENÖSSISCHER KUNST /
UNIVERSE RICHARD BUCKMINSTER FULLER REFLECTED IN CONTEMPORARY ART

11. Juni bis 18. September 2011 / June 11 – September 18, 2011

Richard Buckminster Fuller reflected in contemporary art, which will be on view from June, 11th at MARTa Herford; Germany. The exhibition is curated by Markus Richter in cooperation with the MARTa team and will coincide with the survey Bucky Fuller & Spaceship Earth, compiled by Norman Foster and Luis Fernández-Galiano. The exhibitions offer a comprehensive overview on Fuller’s designs & ideas from the early 4D-studies of the 1920ties to the later geodesic structures und presents him as well as an thought leader, whose ideas are still relevant and inspiring. We would be happy to welcome you at the opening on of the exhibitions on June, 10th at 7:30 pm in Herford.

The exhibition continues the artistic research on late modern visionary architecture and urbanism, which we started in 2008 with the project Megastructure Reloaded. We very much would like to thank MARTa director Roland Nachtigäller for the invitation to now realize an exhibition on Buckminster Fuller & contemporary art in collaboration with his team. The dynamic and polymorphic galleries of MARTa, built according to plans of Frank Gehry, provide a perfect backdrop for a show on Fuller, who was rebelling his whole live against the predominance of the cube and the inflexibility of the x-, y-, z-coordinates. The majority of artists invited to participate in the show dealt already extensively with Fullers ideas; like Ai Weiwei, Attila Csörgő, Björn Dahlem, José Dávila, Hermann Maier Neustadt, N55, Ólafur Elíasson, Franka Hörnschemeyer, Tobias Putrih, Pedro Reyes, Tomás Saraceno and Albrecht Schäfer. Besides, the exhibition encompasses works bySimon Dybbroe Møller, Michel François, Lucas Lenglet, David Maljkovic, and Beat Zoderer, whose connections with Fuller are not always obvious on the first sight. In addition we commissioned new projects by Riccardo Previdi, Silke Riechert, Kai Schiemenz, Kerstin Stoll and Tilman Wendland.










http://marta-herford.info/?page_id=9749
http://www.lodownmagazine.com/index.php?page=23&modaction=showItem&id=2122&PHPSESSID=889b709873f74b811faeeb7cada6d877
>http://markusrichter.net/pdfs/mr.jitterbug_variations.pdf

Samstag, 20. August 2011

Spreekartografie

concept for art in public

Spreekartografie
Schichtungen Schnitte Horizonte

Deutscher Bundestag
Erweiterung Marie-Elisabeth-Lüders-Haus


Landschaftsgeschichte als Kulturgeschichte

Für den Südhof des Marie-Elisabeth-Lüders-Haus soll eine Skulptur entstehen, die die historische Bedeutung des Spreebogens mit der der Landschaft verbindet. Wenn das Band des Bundes als ein symbolischer Schnitt durch die Landschaft zu verstehen ist, der die ehemals getrennten Stadthälften miteinander verbindet, so ist die Spreekartografie ein dreidimensionaler Schnitt durch diese Landschaft, der eine Brücke vom historischen Ort zur Landschaft schlägt.

Weil sich dieser Schnitt in der Erde befindet, zeigt er, was dem Auge üblicherweise verborgen bleibt: Er stellt die einzelnen Schichten der Ablagerungen von Pflanzen Bäumen und Sanden dar, die zu Auen, Mooren und Sümpfen wurden und zeigt die unterschiedlichen Verläufe der Spree vor dessen Regulierung. Durch die Bewegung des Auges über die Skulptur wird auf diese Weise ein geografisches Gedächtnis wachgerufen, das zu einer Spreekartografie wird.

Entwurf für den Südhof des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses


Verlorene Flüsse eingeprägt in die Landschaft
Berlin ist in einer Engstelle des Warschau-Berliner-Urstromtales, der Entwässerungsbahn aus der letzten Eiszeit, auf zwei Sanddünen gegründet, die die einzigen Erhebungen in diesem Tal bilden. Bis ins 19. Jahrhundert hinein befand sich hier eine Auenlandschaft, durch die sich die Spree mit ihrem ständig wandelnden Flussbett hindurchzog. Diese besondere Situation, in die Berlin hinein gegründet ist, als eine Stadt, die in solch einem Zentrum mobilen Untergrundes errichtet ist, erschien mir außergewöhnlich und wurde Anlass zu dieser Skulptur.

Die Spreekartografie wird als dreidimensionaler Schnitt im Maßstab 1: 50 im Innenhof des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses aufgerichtet. Die Säulen auf denen das Objekt ruht, haben den temporären Charakter einer Baurüstung, die das Landschaftsstück halten. Die Schichten selbst sind aus Hölzern gebaut, wie sie im Torf um den Spreebogen vorkommen. Im Torf finden sich Gehölze wie Erle, Sumpfeiche, Moorbirke, Spirke, Eberesche, Sumpfahorn, Silberweide und Robinie.
Die Form der Skulptur entwickelte sich aus verschiedenen geologischen Karten. Quellen dafür waren: die Karte des Königlich Preussischen Generalstabes 1987 im Maßstab 1:25000, die Sineck’schen Situationsplan 1873 im Maßstab 1:10000, der Historischen Atlas von Berlin 1835,die Geologische Karte der Stadt Berlin 1876 im Maßstab 1:10000.

Wenn man diese historischen Karten betrachtet, ist augenfällig, wie die Landschaft sich von der heutigen unterscheidet. Alte Flussläufe lassen sich hier noch erkennen. Das Gebiet des heutigen Spreebogens ist durch ein weitflächiges Sumpfgebiet entlang der Spree gekennzeichnet. Namen wie Moderloch oder Stadtheide findet man hier. Und der Weidendamm zeugt heute noch von der Landgewinnung und Eindämmung der Spree im 17. Jahrhunderts. Ansonsten merkt man aber vom ungehinderten Mäandrieren durch die ehemalige Auenlandschaft und der darin fließenden Spree heute wenig.

supfige Spreelandschaft



Schnitt vom der Mittelstr zum Weisendamm

Schitt durch Berlin von West nach Ost



Landschaft als Kartografie als Skulptur
Der Schnitt selbst in seiner Dimension wird zum Landschaftsobjekt oder besser Landschaftsfossil, über das sich der Passant mit dem Auge bewegt. In seiner Ausschnitthaftigkeit bleibt es jedoch Skulptur und bildet damit ein Gegenüber zu Schnitten und Karten moderner mathematischer Vermessung. Anders als kartografische Schnitte vereinfacht sie nicht die Idee einer Karte als hilfreiche Abkürzung einer komplexen Wirklichkeit. Es spiegelt sich zwar in ihr die natürliche Beschaffenheit des Geländes, jedoch verliert sich der Betrachtende in ihr, indem er sich durch sie als Objekt und Landschaft bewegt.

In dieser Weise changiert die Arbeit zwischen Landschaft, Landschaftsschnitt und Skulptur.

Ausstellung im Kunst-Raum des Bundestag vom 5. Juli, bis Sonntag, 11. September 2011

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/34889868_drei_wettbewerbe/index.jsp