Dienstag, 28. Juli 2009

Deutsche Werkstätten Hellerau, 2009

Now, I’ll go and fix my garden










“In einer Gemeinschaft, die ausschließlich von wirtschaftlichen Interessen geprägt ist, erschöpft sich die Gemeinschaft.” Bruno Taut 1911

Ein Garten ist ein abgeschlossenes Terrain, in dem unsere Vorstellungen der Welt, den jeweils geltenden Gesellschafts- und Naturidealen entsprechend gestaltet wird. Die ersten Gärten der Renaissance waren als Skulpturengärten, als Theater, als archäologische Museen und auch als botanische Enzyklopädien gebaut. In ihnen herrschte die Vorstellung, das der Mensch aus dem Paradies stammt. So ist der Garten zu einem abgegrenzten Bereich geworden in dem ‚Ewiges Leben’ herrscht.

Die Idee der Gartenstadt entstand zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, als eine Reaktion auf die durch die Industrialisierung entstandene Verdichtung der Städte und der damit einhergehenden Sehnsucht nach einem naturverbundenem Leben und Arbeiten.
Heute verbirgt sich unter dem Begriff der Gartenstadt eine Vielzahl unterschiedlicher Bedeutungen und deren ursprüngliche Idee überwachsen zu sein scheint.

Angefragt für eine Arbeit im Rahmen der Ausstellung 100 Jahre Gartenstadt Hellerau, luden mich die Deutschen Werkstätten Hellerau ein, eine Skulptur auf ihrem Gelände zu realisieren.

Dafür entwickelte ich eine aus Holzlatten und Bandeisen gebaute Skulptur einer Blumenetagere. Diese wurde mit ein- und mehrjährigem Hopfen bepflanzt, sodass sie in den nächsten Jahren bis zur Unsichtbarkeit überwuchert. Mit dem Verschwinden der Skulptur wird eine Art zweiter Skulptur entstehen, die abhängig vom Verlauf des Jahreskreis unterschiedlich erscheinen wird. Sie ist als eine Erweiterung zum Landschaftspark der Deutschen Werkstätten Hellerau zu verstehen, ein Versuch an die ursprüngliche Idee der Gartenstadt anknüpfen, die aus einer Arbeitsgemeinschaft eine Lebensgemeinschaft herauszubilden versuchte.







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